Session d'hiver zum Thema «Dekarbonisierte Baustoffe – Problemlösung oder Trugschluss?»
Die Umsetzung der Klimaziele ist bei den Unternehmen und in der Branche konkret angekommen. In Forschung und Entwicklung wird viel investiert, um die Baustoffe «Klima-fit» zu machen. Auch die Prozesse in den Unternehmen werden bezüglich Treibhausgasemissionen unter die Lupe genommen und verbessert. Welche Ideen sind am Markt gefragt? Wie können neue Wege sinnvoll beschritten werden? Die «Session d'hiver» hat dies thematisiert und diskutiert.
Es tauchten Fragen auf, wie unter anderem: Wie sollen die Klimaziele in der Praxis umgesetzt werden? Sind alle Treibhausgas-Massnahmen mit der Kreislaufwirtschaft vereinbar? Nicht minder engagiert verläuft der Austausch, wenn es um Carbon Capture Storage, verschiedene Möglichkeiten der Dekarbonisierung der mineralischen Baustoffe oder die Förderung der Nachhaltigkeit und der Zirkularität bei den Baustoffen geht. Es ist unbestritten, dass die Baustoffe und die Bauwirtschaft einen massgeblichen Anteil an die Reduktion der CO₂-Emissionen und an die Kreislaufwirtschaft leisten kann und bereits leistet. Roxane Viala von der Losinger Marazzi AG zeigte in ihrem Referat auf, wie ein Immobilienentwickler bei der Materialisierung vorgeht.
Klar ist: Die Branche bewegt sich! Dies zeigt sich an den Fortschritten bei der Anwendung von RC-Beton, aber auch bei zahlreichen Forschungsprojekten, welche von Truls Toggenburger und Stéphane Cuchet vorgestellt wurden. Aktuell befinden wir uns aber auch in der Phase der zahlreichen Ideen, der Pilotprojekte und Markteinführungen, wie das Referat von Francois Girod zeigten.
Recyclingbeton wird zunehmend als CO₂-Speicher eingesetzt, innovative Technologien werden ausgetestet und Lösungen finden den Weg in den Markt. Auf dem Weg zum Ziel warten einige Herausforderungen und es stellen sich anspruchsvolle Fragen. Unternehmen müssen klären, welche Technologien langfristig Wirkung entfalten, welche Investitionen strategisch sinnvoll sind und wie sich nachhaltige Lösungen im Markt etablieren lassen.
Als grosser Verursacher von Emissionen, verfügt die Bauwirtschaft über das Potenzial, einen substanziellen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Jetzt gilt es, dieses Potenzial systematisch zu nutzen.
Die ReferentInnen 2026:
Lionel Lathion, Präsident Baustoff Kreislauf Schweiz
Stéphane Cuchet, Direktor Laboratoires des matériaux, Holcim (Suisse), Eclépens
Girod François, Direktor Économie Circulaire, Holcim (Suisse), Eclepéns
Truls Toggenburger, Präsident des Verwaltungsrats der Toggenburger AG und des Vorstandes von «Kies für Generationen», Winterthur
Roxane Viala, Leiterin Efficience Energétique Suisse Romande, Losinger Marazzi AG, Bern
Pathé Julien, Mitglied des Verwaltungsrates von 2401, 2401, Lausanne