Betonabbruch
Der Betonanteil von in der Schweiz errichteten Gebäuden stieg von 12 % vor 1945 auf rund 60 % ab den 1960er-Jahren. Gebäude haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 80 Jahren. Daher erstaunt es nicht, dass der Anteil an Betonabbruch derzeit den grössten Teil der Bauabfälle ausmacht: Die 5 bis 6 Millionen Tonnen Betonabbruch, die jedes Jahr in der Schweiz anfallen, machen etwa zwei Drittel der mineralischen Abfälle aus, die bei Rückbau- und Renovierungsarbeiten (ohne Strassen) anfallen. Die Bewältigung dieses Abfallstroms stellt eine ständige Herausforderung für die Bau- und Recyclingbranche dar. Und diese Herausforderung wird von der Branche gemeistert: in jedem Kanton werden schätzungsweise zwischen 65 % und 85 % des Betonabbruchs recycelt.
Der erste Schritt des Recyclingprozesses besteht darin, die abgebauten Blöcke zu brechen, um Betongranulat herzustellen. Der Erfolg jedes Verwertungsprozesses hängt weitgehend von der Reinheit des recycelten Materials ab. Der Anteil an Fremdstoff (Glas, Asphaltbelag usw.) muss unbedingt unter 4 % liegen, damit das recycelte Granulat als RC-Baustoff und nicht mehr als Abfall betrachtet werden kann. Dies muss durch regelmässige Analysen nachgewiesen werden, die unter anderem vom Verband Baustoff Kreislauf Schweiz und der SÜGB kontrolliert werden.
Die nächsten Schritte der Verwertung bestehen entweder in der Herstellung von Kiesgemisch, das für die Herstellung von Unterbau- oder Fundamentschichten verwendet wird, oder in der Rückführung der recycelten Granulate in die Betonherstellung, deren Bezeichnungen und Verwendungszwecke in der Norm SIA 2030 geregelt sind. Es ist zu beachten, dass RC-C-Beton mit recycelten Betongranulaten sehr gut für Anwendungen geeignet ist, die wenig aggressiven Einflüssen (Salz, Sulfate oder Frost) ausgesetzt sind.
Aus ökologischer Sicht bedeutet die Verwertung von Beton eine Reduktion der Gewinnung von Naturkies aus Kiesgruben und Steinbrüchen und damit eine Schonung nicht erneuerbarer Ressourcen. Die CO2-Bilanz von RC-C-Beton unterscheidet sich jedoch nicht wesentlich von derjenigen von herkömmlichem Beton, da der Zusatz von Zement für mehr als 90 % der CO2-Emissionen dieses Materials verantwortlich ist. Um dem entgegenzuwirken, hat die Branche mehrere technische Lösungen entwickelt, wie beispielsweise die Rekarbonisierung, die besonders gut mit recyceltem Beton kompatibel ist, oder Zemente mit reduziertem CO2-Fussabdruck wie auch optimierte Tragstrukturen, um die Betonmenge zu begrenzen. Eine neue Idee ist derzeit aktuell: die Wiederverwendung von gesägten Betonelementen, die als grosse Bausteine oder Plattenelemente verwendet werden. Da Beton ein langlebiges Material ist, ist die Instandhaltung und Renovierung bestehender Strukturen natürlich ein Aspekt, der immer berücksichtigt werden muss.
Baustoff Kreislauf Schweiz verfolgt alle diese Entwicklungen und setzt seine Mission fort, die Schweizer Bau- und Recyclingindustrie im Sinne einer werterhaltenden Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.