Kies und Sand Gewinnung
Wofür braucht es Sand und Kies?
Wir alle wohnen und arbeiten in Häusern, die mit Sand und Kies gebaut wurden. Wir fahren auf Strassen, deren Tragschicht aus Kies und deren Belag aus Split und Asphalt bestehen. Reisen wir mit dem Zug, benützen wir ein Bahntrassee aus Hartschotter. In der Schweiz verbraucht jeder Person jährlich ungefähr eine Lastwagenladung Kies. Die Gesteinskörnung stellt die Voraussetzung für diese Infrastruktur dar. Ein grosser Teil der gewonnenen Gesteinskörnung wird zur Betonherstellung verwendet. Des Weiteren findet die Gesteinskörnung auch als Hauptwerkstoff im Strassenbau Verwendung.
Was ist Sand und Kies?
Sande und Kiese sind Fluss- und Gletscherablagerungen von losem, unverfestigtem Gesteinsmaterial. Sie bilden ein Gemisch aus Kieselsteinen (Kieskörner), Sand und Feinanteilen. Kiessande sind in der Schweiz in grossen Mengen vorhanden und ein sehr wertvolles Gut. Im Allgemeinen wird unterschieden zwischen natürlich gerundetem und gebrochenem Korn.
Wo werden die Rohstoffe Sand und Kies gewonnen?
Sand und Kies sind die einzigen Rohstoffe, die hierzulande in grossen Mengen vorkommen. Die Schweiz gehört sogar zu den sand- und kiesreichsten Ländern der Welt. Der Grossteil wird im Trockenabbau gewonnen. In zahlreichen Seen gibt es zudem Vorräte und in den Bergregionen wird Kies durch Bäche talwärts transportiert, wo es direkt aus den Fliessgewässern entnommen wird. Dies stellt meist eine wichtige Massnahme im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz dar. Im Gegensatz zum Sandabbau aus dem Meer fördert der Kiesabbau die Biodiversität. Baumaterial aus Sand und Kies ist nachhaltig, da es mehrfach rezyklierbar ist. In der Schweiz bleiben heute über 90 Prozent der mineralischen Bauabfälle im Kreislauf.
In Kiesgruben erfolgt der Abbau von Sand und Kies über mehrere Stufen mit Baggern und Radladern oder mit Sonderverfahren wie Spritzabbau über die gesamte Abbauhöhe des Vorkommens. In den Seen werden die abgelagerten Gesteinskörnungen mit Greif- oder Saugbaggern an die Oberfläche gefördert. Die abgebaute Gesteinskörnung wird meistens über einen Vorbrecher aufgegeben und einem Rohmaterial-Lagerplatz geführt. Das Rohmaterial wird in kontinuierlicher Menge der Aufbereitung zugeführt, teilweise vorgängig gewaschen oder auch während des Siebvorgangs mit Wasser gereinigt. Die Gesteinskörnungen werden in Korngruppen unterteilt sowie in getrennten Silos gelagert. Die gebrochene Gesteinskörnung (Splitt) wird entweder in Steinbrüchen, im Tunnelbau als Ausbruchmaterial oder im Kieswerk in Brechanlagen hergestellt. Im Steinbruch erfolgt der Abbau mit Sprengungen an den Abbaustufen und im Untertagebau mit Bohrmaschinen oder im Sprengausbruch. Im Kieswerk werden übergrosse Körner (> 45 mm) im Aufbereitungsprozess auf die gewünschte Grösse heruntergebrochen (Splittstrasse).
Bei den gebrochenen Gesteinskörnungen wird das Rohmaterial weiteren Brechern zugeführt, welche die Gesteinskörner weiter zerkleinern. Es sind dies Prall-, Hammer- oder Kreiselbrecher. Dieses zerkleinerte Material wird trocken ausgesiebt, passende Körner fallen in die Korngruppensilos, während Überkorn und überschüssiges Material nochmals in den Brechvorgang gelangen.
Der Förderung von natürlichen Gesteinskörnungen kommt weltweit eine grosse Bedeutung zu. Kies und Sand liegen mengenmässig als meistgeförderte Rohstoffe an der Spitze.
In der Schweiz stellt die Gewinnung von Gesteinskörnungen eine der wichtigsten Abbautätigkeit dar. Mit ihr wird das wichtigste Basismaterial für Bauwirtschaft zur Verfügung gestellt. Die Kies-, Beton- und Recyclingbranche zählen zu den existenzsichernden Bereichen der Schweizer Volkswirtschaft.