Rohstoffgewinnung
Planung
Die frühzeitige Planung der Rohstoffströme liegt dem gesamten Bauprozess zugrunde. Diese muss langfristig erfolgen, um die Nutzung von Baustoffen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch logistisch sinnvoll zu gestalten. Trotz Ausschöpfung der Kreislauffähigkeit von Rückbaumaterial wird der Einsatz von Primärmaterial angesichts der Nachfrage nach Baustoffen weiterhin wichtig bleiben.
Der Planungsprozess beginnt viele Jahre vor der eigentlichen Rohstoffgewinnung und verzahnt sich über viele Fachgebiete. Die wichtigsten involvierten Akteure sind Gemeinden und Kantone, Umwelt-Planungsbüros, Raumplanungsbüros, Landwirte, Kieswerke, Bauingenieure, Bauunternehmen, Altlastenberatungsbüros und Altlastensanierungs-Unternehmen und Transportunternehmen. Eine gute Zusammenarbeit ist das Fundament für eine gut funktionierende Kreislaufwirtschaft.
Schonung
Mineralische Primärressourcen bleiben aus Sicht der Versorgungssicherheit zwar wichtig für die Bautätigkeit, aufgrund der Endlichkeit der Rohstoffe erfordern sie jedoch einen schonenden Umgang. Dies gelingt durch moderne Abbauverfahren, eine gezielte Wiederverwendung von Rückbaumaterialien sowie durch den Einsatz von Recycling-Baustoffen in Bauwerken.
Versorgungssicherheit
Dank einem schonenden Umgang mit den Ressourcen und dank einer weitsichtigen Planung kann eine dauerhafte und regionale Versorgung sichergestellt werden. Die Politik – Gemeinden, Kantone und der Bund – sind jedoch gefordert, die langfristige Versorgungssicherheit mit dem schweizerischen Rohstoff auch raumplanerisch zu gewährleisten. Abbaustellen bringen einer Region eine temporäre Einschränkung, ermöglichen aber einen vielfältigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Biodiversität und Rekultivierung
Innerhalb der offenen Abbaustelle entstehen vielfältige Wanderbiotope, um eine hohe Artenvielfalt zu gewährleisten. Die Kiesgruben dienen ausserdem während der Abbauphase als Natur-Lernort für Schulklassen und weitere interessierte Personen-Gruppen.
Hochwertige Rekultivierung:
Die Wiederherstellung von fruchtbaren Landwirtschaftsflächen bei Abbaustellen sichert die Lebensmittel- und Futterherstellung. Rekultiviert wird entsprechend den Vorgaben, den Eigenschaften des Standortes, der Zielnutzung und der Zielvegetation angepasster Bodenaufbau und eine zeitlich schonende Nachnutzung, bis der Boden dem Grundeigentümer/ Bewirtschafter definitiv zurückgegeben wird.
Hochwertige Renaturierung:
Die ökologischen Ausgleichsflächen oder Endgestaltungen fördern die Biodiversität und helfen der ökologischen Vernetzung. Renaturiert wird entsprechend den Vorgaben sowie koordiniert mit den Behörden die Naturflächen. Endgestaltungen werden so angepasst, dass spontan angesiedelte seltene Arten so weit als möglich in die Endgestaltung überführt werden können.